Scheibe an der Vespa? Echt jetzt?!

In Foren und Facebookgruppen hab ich immer wieder gelesen, dass bereit die „kleine“ Scheibe an der GTS nochmal 10 km/h in der Endgeschwindigkeit bringen soll. Das konnte ich mit kaum vorstellen. Zudem sei das Fahren auch angenehmer, da der Fahrtwind quasi über den Fahrer weggeht – aber auch hier gibt es unterschiedliche Meinungen.

Ich hätte das einfach gelassen, wenn nicht auf ebay-Kleinanzeigen jemand aus Meitingen eine Vespa „cruiser“-Scheibe in super Zustand („ohne Kratzer“) loswerden wollte. Also hin und die Scheibe für 30€ mitgenommen. Die Halter waren relativ groß und grau (waren an seiner GT 200 schon passend), aber da kann man immer noch mal gucken, dachte ich mir.

Drei der großen grauen Halter und ein neuer Chrom-Halter

Also: Montiert, gefahren und – Genial. Die GTS erreicht in der Endgeschwindigkeit wirklich 10 km/h mehr (mit mir und meiner Masse gehen jetzt laut Tacho etwas über 130 km/h). Auch im Stadtverkehr bekommt man deutlich weniger Fahrtwind ab, woran ich mich aber erst noch gewöhnen muss. Vorher hab ich die 55 – 60 km/h in der Stadt am Fahrtwind halt erkannt und dann mal einen Blick auf den Tacho geworfen. Wenn ich das jetzt mache, fahr ich schon 80 km/h! Also werde ich mich etwas umgewöhnen müssen.

Da die Entscheidung FÜR die „Rentnerscheibe“, wie meine Frau sie bezeichnet, gefallen ist, war ich heute nochmal bei SIP und hab mir das Piaggio Original Ersatzteil 602955M geholt. Der Verkäufer von SIP meinte, dass meine Scheibe zwar eine Originale ist, die grauen Halter aber von Faco seien. Egal, gekauft, ausprobiert und mitgenommen.

Topcase für die GTS 300

Obwohl das Helmfach der GTS etwas größer ist wie das der ET4 reicht mir das für den täglichen Einsatz leider nicht aus. Eines der Kinder mit in die Stadt nehmen oder spontan mit nach Hause, Einkauf, Regenhose und so weiter sprengen schnell die Kapazitäten des Helmfachs.

Also hab ich mir nach langer Suche ein origional Topcase für die GTS 300 Super i.e. von 2014 (36 Liter; mit passendem hellgrauen Keder an der Rücklehne; Lucido schwarz 094) über einen lokalen Piaggio-Händler bestellt (Piaggio Artikelnummer CM273333). Die Aussagen von 3 Händlern waren völlig unterschiedlich, von „kein Zubehör dabei, das ist nur das nachte TopCase“ über „keine Ahnung, ob das 36 oder 42 Liter hat“ bis zu „das kann ich ihnen nicht genau sagen, ich sehe auch nicht mehr wie Sie“.

Daher für die Onlinegemeinde zur Info:
Es war dabei

  • das Topcase (36 Liter) mit 2 Schlüsseln
  • der Montagesatz zur Montage am Klappgepäckträger
  • schwerere Lenkerendengewichte.

Es war keine dieser Schrauben mit Bügel dabei, um das Topcase schnell abzumontieren und es gab auch keinen „Teppich“ dazu, wie es z.B. beim LX-Topcase meiner Frau der Fall war.

Topcase: Check.
Gepäckträger: to be done

Nun fehlte noch der passende Gepäckträger hinten. Eigentlich finde ich das Chrom an der schwarz glänzenden Vespa sehr schön, das sollte auch bleiben. Also war schonmal die Farbe klar. Nach etlicher Recherche habe ich mich aber gegen den Klappgepäckträger entschieden und mir statt dessen den F.A. Italia beim SIP-Scootershop geholt. Warum? Am Klapper wird das Case mit 4 Schrauben und Sicherungsmuttern befestigt, ein „Ich mach den mal schnell weg“ gibt es da nicht.
Laut Homepage von WMS24.de ist das beim FA Italia anders:

Darüber hinaus bietet dieser Träger auch die Aufnahmepunkte für das originale Topcase von Vespa, wobei im Vergleich zum Vespa Originalzubehörträger hier auch das große 42 Liter Topcase der Vespa GTS montiert werden kann! 

Das originale 42-Liter Topcase besitzt an der Unterseite Halterungen, welche für die Montage auf der Vespa GT-Aluminiumgepäckbrücke gedacht sind. Diese sind leider bei der Montage auf der originalen Chromgepäckbrücke im Weg. Bei diesem Träger von F.A. Italia ist die Querverstrebung entsprechend verjüngt, so dass sie bei der Montage nicht im Weg steht.

Quelle: wms24.de

Das hat mir gefallen. und so war es auch. Die Montage erfolgt ohne Abdremeln der 4 Aufnahmen für den Klappgetpäckträger einfach mit „einhaken & festschrauben“. Ich habe die oben zitierte Schraube mit Bügel aus meiner ET4 genommen und es passt super jetzt.

Lenkergewichte: Alte weg, Neue hin, keine 3 Minuten Arbeit? Denkste!

Das lief alles schon fast zu gut, als dass nicht noch was passieren sollte.
Lief alles gut, bis zur Demontage der originalen Lenkergewichte. Links ist die Schraube der Originalgewichts schon extrem fest, geht aber grad so ab, rechts merke ich schon, wie die Schraube nicht will.
Den Kampf hat der Inbusschlüssel gewonnen, Schraube rund. Der Versuch mit einem Linksausdreher hat nicht funktioniert, also hab ich mit einen 8er Bohrer den kompletten Schraubenkopf weggebohrt. Dann konnte ich das Originalgewicht abziehen. Hab dann zwei Muttern auf das verbliebene Gewinde drauf und konnte dann endlich die „Gewindestange“ abschrauben.
Anfangs dachte ich, dass auch rechts so eine „für immer und ewig“-Schraubensicherung wie links verwendet wurde, aber rechts war einfach nur festoxidiert.
Links ist das Zeug echt wie Pattex von der Konsistenz her.
Egal. Irgendwas ist immer, auch wenn man Originalteile von Piaggio verwendet (ging mir vor ein paar Tagen mit dem Gepäckträger meiner Frau an der LX so).
Nun ist alles drauf und ich kann nach den Ferien wieder meine Tochter mit in die Schule nehmen, ohne Topcase geht das nicht.

Neu im Fuhrpark: Vespa GTS 300 Super i.e.

Nach einem Jahr Vespa ET4 150 habe ich nun ein „Upgrade“ auf die Vespa GTS 300 Super i.e. durchgeführt. 22 PS machen auf dem Roller schon tierisch Spaß.

Offenbar hab ich meine Frau so mit meiner ständigen Sich in Kleinanzeigen & Co. genervt, dass irgendwann (überraschender Weise) der Spruch kam „dann kauf Dir halt eine…“. Das ließ ich mir nur einmal sagen. Die Suche war nach ein paar Tagen erfolgreich und führte uns nach Buxheim bei Memmingen. Die GTS kam aus erster Hand, wurde immer nur in den Sommerferien ein paar hundert KM bewegt und hat zuvor immer einen Kundendienst bzw. Saisoncheck beim Händler bekommen.

Der Kontakt war nett, der Preis fair und somit bin ich mit der GTS nach Hause gefahren.

Die ET4 ist verkauft und fährt jetzt in der Ulmer Gegend weiter.
Ride on 🙂

Meine Vespa ET4 150cc – Der Alltagsroller

Die Vespa ET4 150ccm habe ich 08-2019 in der Nähe von München bei einem KFZ-Händler gekauft, in der Anzeige stand „Scheckheftgepflegt“.

Als ich bei dem – nun sagen wir „seltsamen“ – Händler auf dem Hof war, stellte sich heraus, dass es kein Scheckheft gab, auch keine Betriebsanleitung. Aber zumindest hatte die ET4 nur einen Vorbesitzer, der die ET4 150 aus Italien importieren liess.

Mit Garantie war auch nix („Ich verkaufe nur für Export, keine Garantie“).

Aber bei 900,-  hab ich dann trotzdem zugeschlagen und auf mein Glück vertraut. Sie ist BJ 2003 und hat aktuell 22´ km auf dem Tacho.

Somit ein LEADER-Motor, der mich beim Kupplungswechsel (aus Unwissenheit) fast alle restlichen Nerven gekostet hat.

Sie hat ein paar Kratzerlein und eine Delle am Frontschild, bei der ich mich frage, wie man die dort reinbekommt.

Im Laufe der Monate hat die ET4 nun einige neue Teile bekommen, teils weil das Originalteil fertig war, teil weil ich einfach was neues wollte 🙂

Aktuell ist verbaut:

  • Neues Federbein vorne (da das alte nicht mehr richtig gedämpft hat)
  • Ein Sito Plus Auspuff (weil der Alte verrostet und einfach fertig war)
  • Der Uhren-Mod aus dem Vespaforum.de (ein angelötetes 1,5V AA-Fach in der linken Wartungsklappe bei den Sicherungen statt der Knopfzelle)
  • Eine blaue LED-Tachobeleuchtung aus dem Forum (hab „weiß“ bestellt, aber blau bekommen und erst etliche Wochen nach Bestellung bemerkt)
  • LED-Birnen im Tacho hab ich wieder raus, nachdem ich 3 Sicherungen geschossen habe und die bestellten LEDs leider nicht oder nur kurz funktioniert haben.
  • CTEK-Comfort-Connect Ladebuchse unter der Sitzbank (den hatte ich noch rumliegen

Seit heute: 

  • Malossi Multivar 2000 mit Malossi Delta Clutch und einem Malossi-Riemen und Luftfilter (das „Antriebsset Sport“ von SIP-Scootershop“

Die Montage der letzten 1,5 Tage war ein Alptraum, aber ich war (ziemlich sicher) selber Schuld. 

Long Story short:

Alte Variomatik, Keilriemen & Kupplung raus. Dabei die Kickstarterfeder aus Versehen ausgehängt, da der Gehäusedeckel nicht abging und in allen Anleitungen stand “mit dem Gummihammer lösen“. Dabei hab ich dann auch aus Dummheit auf die Kickstarterwelle geklopft (bei demontiertem Kickstarthebel Inch. Seegering). Dabei hat sich offenbar 

Beim Montieren der Neuteile das Anlasserritzel fast zerstört. Gestern Nachmittag noch bei SIP ein Variomatik Haltewerkzeug gekauft. Gestern Abend erstes erfolgreiches Anlassen: Gescheppere ohne Ende. 

Frust Gin getrunken und heute wieder zerlegt. 

Fazit: Ohne Kickstarter-Gdöns lief der Roller wie er sollte. Also Kickstarter inklusive Feder zerlegt, neu eingebaut, 8x ist die Feder wieder raus. Etliche Flüche und Veitstänze in Hof und Garage später ging es dann.

Jetzt ist alles drin, Probefahrt gemacht und: Geil! Zieht schön durch mit Power.

  • LX-Fussrasten für meinen Sohn, der oft mit mir in die Innenstadt bei uns fährt. So landen seine Quadratlatschen künftig nicht mehr auf meinen Füßen, hoffe ich.

Was fehlt noch?

Eine ganze Menge, aber das hier weiß ich schon 😉

  • Eine LX-Sitzbank ist auf dem Weg
  • Chromspiegel von ebay-Kleinanzeigen sind ebenfalls in der Post (beides bringt mir der von meiner Frau beauftragte Osterhase)
  • Eine neue Abdeckung für die Variomatik (die alte ging gestern kaputt)
  • Ein GTS-Standlicht in der Kaskade 🙂

Alles in allem fahr ich sie gerne und wenn es nicht regnet täglich für den Weg ins Büro und bei jeder sonstigen Gelegenheit.

So ein richtiger Blickfang ist sie noch nicht, ich weiß aber auch nicht, ob sie das je werden wird.

Aber seit meiner Probefahrt heute mit den Malossi-Komponenten macht Sie mir auf jeden Fall noch mehr Spaß, und darum geht es mir.

Hier ein Paar unsortierte Bilder meiner ET4 bzw. deren Komponenten.

Update 11.08.2020: Inzwischen ist die ET4 verkauft und ab jetzt in Ulm unterwegs.